OSTFRIESISCHE ABENTEUER-BUCH-REIHE
 
VOM ALT-FEHNTJER THOMAS BALZEN

WAT'n...? 

Abenteuer, Ganoven, Schattenwelt & Hokuspokus

"Was kann ich denn dafür, dass mir alle naselang 'n Abenteuer auf die Schulter klopft und mir solange hinterher latscht, bis ich mich endlich zu ihm umdreh und guck, was es von mir will...?"



Tja, was soll man da antworten?

Manchmal ist es wohl das Beste, einfach mal nachzugucken, wohin einen so ein Abenteuer regelrecht entführt.

Sei es oben in die Schlafkammer bei den Großeltern in Ostrhauderfehn, wo es in der Nacht nicht nur hinter den Zimmerwänden spukt, dass einem der Atem stockt und die eigene Gänsehaut so groß wird, dass sie einem beinahe die Sicht nimmt...

oder ins stille, schwarze Moor, wo schon manch einer für immer geblieben ist und man besonders bei Dunkelheit und aufziehendem Nebel überall Stimmen hört und hier und da kleine und größere Lichter erscheinen...

oder in die Gassen der auf den zweiten Blick doch nicht ganz so beschaulichen Hafenstadt Leer, wo nicht selten Gauner und Ganoven auf leichte Beute warten und es ganz und gar nicht mögen, wenn plötzlich zu viel Licht in ihre Schattenwelt hineinfällt.

Wie beispielsweise Zuhälter Max, den man im Millieu besser unter dem Namen "der Stramme Max" kennt, mit seinem "Nagel-Studio" im Hoheellernweg, nicht weit vom Hauptbahnhof in Leer, wo es nicht nur um die Pflege der von Arbeit gezeichneten Hände geht.  

Und dann wären da noch die beiden wortkargen "Klemm-Brüder". Zwillinge, so unterschiedlich wie Tag und Nacht, doch mit einer gemeinsamen Leidenschaft, die sie  mit niemandem sonst gern teilen. Oder "Schlicki-Piet", um nur noch einen von den Schattengestalten zu nennen. Wobei diese vier noch eher zu der "angenehmeren" Sorte Gauner und Ganoven gezählt werden dürfen. 

Ostfriesland in den goldenen 1920er Jahren.  

 Es herrscht allgemein Hoffnung auf eine bessere Zeit, nach dem verlorenen, großen Krieg und all den Entbehrungen, die er für Millionen Soldaten des deutschen Kaiserreichs, aber nicht zu Letzt auch für die Menschen in den Städten und auf dem Lande mit sich brachte.


Aber es ist auch die Zeit des wirtschaftlichen, technischen und politischen Umbruchs. 

Ein Tauziehen zwischen dem Ruf nach grenzenloser Freiheit, künstlerischer Entfaltung und der nicht weniger lauten Forderung nach Ordnung und Beständigkeit, die die Weimarer Regierung seit Ende des Krieges nicht garantieren kann.


Und mitten drin: Ein Drei-Käse-Hoch, mit seiner ganz eigenen Sicht der Dinge und der Welt, die an ihm zieht und zerrt, wann und wo sie nur kann. 

Mit einer, recht schweren Geburt am 14. September 1919 in Westrhauderfehn, die seiner jungen Mutter beinahe das Leben gekostet hätte, beginnt seine Geschichte. Die Geschichte des Lausebengels.

Wer nun, an einen kleinen, frechen Kerl denkt, der den ganzen Tag über nichts anderes im Sinn hat, als sich Streiche oder Dummheiten auszudenken, um seinen Mitmenschen übel mitzuspielen, dem müssen wir an dieser Stelle leider sagen: "Tja…tut uns leid…Pech beim Denken gehabt…." 

Wir? Ja, mein deutlich jüngeres Alter Ego, das in den 1920er und 1930er Jahren seine Kindheit verlebt und ich, der große Thomas, der gut 100 Jahre später, aufmerksam seinen Geschichten und Erzählungen lauscht und sie kommentarlos zu Papier bringt. Denn Kommentare gibt es schon genug vom Lausebengel, der für sein Alter erstaunlich klug ist und sich selbst sogar als Klugscheißer betrachtet, da er nun mal eben einfach eine ganze Menge weiß.
Was nicht zu Letzt auch daran liegt, dass er nicht gerade selten Hausarrest bekam und die Zeit mit Lesen verbrachte. Geschichte insbesondere. Aber das ist schon eine Geschichte für sich.

"Aber die erzähl ich später. Oder…hab ich ja schon, denn die steht längst in dem Buch, was der große Thomas über mich geschrieben hat. Das erste von 'ner ganzen Reihe. Weil ich so viel zu erzählen hab und er das gar nich alles in einem Buch unterkriegen kann. Wie er mir immer wieder sagt, sobald ich anfang, mich beim Sprechen fast selbst zu überholen.

Ich wollt' aber noch eben was zu mir sagen…also über mich…wegen dem, dass einige meinen…ich wär 'n Frechdachs oder so…Das is nämlich Quatsch.

Sowas sagen bloß Leute, die mich nich kennen und auch sonst nichts wissen. 

Von denen is ja auch nie einer wirklich dabei, wenn einem mit 'm Mal der Arsch gehörig auf Grundeis geht, weil einem zum Beispiel so 'n oller Schmierlappen die Gurgel zudrückt. Bloß wegen meiner Neugier und ich da eigentlich auch nur kurz in dem alten Haus nach was gucken wollte, das man brauchen könnte…wo da doch keiner mehr drin gewohnt hat.

Oder hinten bei der Fähre in Loga, wo man bei der Evenburg lang kommt und der Pfadfinderstamm Wildgänse sein Lager hat. Als wir da mit 'n paar Mann von uns waren, um zu gucken, was die drei merkwürdigen Gestalten in dem Boot versteckt haben.

Mit 'n paar Mann? Ja, von unserer Bande. Is ja nun nich so, dass ich immer überall allein reinrutsch.
Oder mit meinem besten Freund Immo, aus 'er Grenzstraße, in irgendeinem Schlamassel stecke. Wie mit den blöden Brüdern Sven und Markus, die uns ständig im Nacken sitzen und mit Kloppe drohen, wenn sie beim nächsten Mal nichts bei einem in den Taschen finden, wo 's denen grad nach 'm Sinn is.

Gibt natürlich auch jede Menge, wo man sich auch mächtig drüber freut. Wie die Sache mit dem leckeren Apfelkuchen, der uns mit seinem wunderbaren, warmen Duft nach dicken Butterstreuseln einfach zu sich gerufen hat, mitten durchs Küchenfenster, als Immo und ich grad Robin Hood am Spielen waren und für die Armen im Sherwood Forest was zu essen suchten.

Und mich 'n Frechdachs nennen, bloß weil mir aus Versehen so 'n saublöder Stein einfach 'n Strich durch die Rechnung gemacht hat und statt Bernd-Volker auf 'm Rad zu treffen, mitten in der Windschutzscheibe von so 'ner ollen Karre gelandet is, find ich nun auch nich richtig…weil, das war ja nich meine Absicht…auch wenn die Dicke mit dem toten Tier um 'n Hals das ganz anders meint und mich am liebsten gleich wegsperren lassen würde.



"Das is wie mit den Abenteuern. Die latschen einem nämlich auch oft sooo lang hinterher, bis man sich dann doch zu ihnen umdreht und fragt, was sie denn überhaupt von einem wollen. Tja... und dann steckt man auch schon mittenmang in dem Schlamassel und muss gucken, wie man da wieder rauskommt." ( O-Ton vom kleinen Lausebengel )

Fein dosiertes Lokal-Kolorit.Typisch.

Plattdeutsch.

Prägnant, klar und ohne Zucker

"Man proot, wenn man mutt. Un dann blot so, wo een de Snabel wursen is..." Achso..?.. "Mm...!" Gut, das alles andere auf hochdeutsch zu lesen ist. "Wat?"...



Ein kleiner Klugscheißer auf dem Weg durchs große Leben.

"Geschichte und Geschichten mit Herz, Verstand... un wat man dor noch so all to bruken deit."

Eine humorvolle und abenteuerliche Reise durch das Ostfriesland der 1920er Jahre aus der Sicht eines Lausebengels.

Präsentiert vom Verlagslabel

 

"Ein Buch, wie ein Nachtisch."

Natürlich, erfrischend leichter Lesegenuss, frei von Zucker.